Bischof Giuseppe Guerrini, Bischof
von Saluzzo
Es sind jetzt ungefähr sechs Jahre seit ich der
Gemeinschaft Cenacolo enger verbunden bin. Die vorangegangene
Entwicklungsgeschichte und auch die der letzten Jahre haben in mir ein Bild aus
dem Psalm 80 (79) wachgerufen, in dem die Geschichte des Volkes Israel in einer
schweren Zeit beschrieben wird, denn es befand sich in einem ungläubigen
Umfeld. In diesem Psalm wird die Geschichte des jüdischen Volkes mit einem
Weinstock verglichen, mit einem Weinstock, der nach seiner Verpflanzung Wurzeln
geschlagen und das Land erfüllt hat; bis zum Meer reichen seine Triebe und bis
zum Fluss seine Schösslinge.
Und wirklich hat sich der Weinstock der Gemeinschaft Cenacolo ausgebreitet,
geografisch und quantitativ; aber mir scheint, dass er vor allem Frucht
gebracht hat und weiterhin Frucht trägt: die Zugehörigkeit zu Christus und
daraus folgend die Frucht der Brüderlichkeit, der Liebe; die Frucht der
Freiheit, des Lichts und der Hoffnung für die Jugendlichen, aber nicht nur für
sie.
Darum danke ich dem Heiligen Vater und dem Päpstlichen Rat für die Laien,
vertreten durch seinen Präsidenten Kardinal Stanisław Ryłko, ich danke allen
Sekretären und offiziellen Beratern dieses Päpstlichen Rates. Und ich glaube,
dass wir gerade wegen dieses schwierigen Umfeldes – wie das jüdische Volk –
immer mehr unsere Wünsche und Gebete vereinen müssen, damit die Gemeinschaft
Cenacolo diese Statuten treu bewahrt, und besonders im Dienst an den Armen
beständig ist, wobei sie von einer tiefen Spiritualität gestützt wird, einer
eucharistischen Spiritualität, wie Monsignore Diego Bona vorhin erwähnte, und
einer marianischen Spiritualität, die sie kennzeichnet. Ich möchte mit einem
Vers aus jenem Psalm schließen, der offensichtlich an das jüdische Volk
gerichtet ist, den wir aber, wie mir scheint, auch auf diese Gemeinschaft
beziehen dürfen: „Schütze diesen Weinstock, schütze das, was deine Rechte
gepflanzt hat.“