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« Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch
befreien. » Johannes 8, 32
Ich heiße Julia, bin dreißig Jahre alt und lebe seit einiger Zeit in der
Gemeinschaft Cenacolo.
Jesus (und der Glauben an ihn) hat mein Leben verändert, und ich bin stolz
und glücklich, dass ich Gelegenheit habe, dieses Zeugnis abzugeben!
Freiheit…
Schon als Kind hatte ich einen großen Drang dazu, frei zu sein. Anfangs und
auf oberflächliche Weise, ist mir dies auch gelungen. Meine Eltern sind
geschieden seit ich vier Jahre alt war, und demnach war es nicht allzu
schwierig, ihren Erziehungsmaßnahmen auszuweichen. Auch die Schule und die „Autorität”
der Lehrer, waren für mich kein ernstzunehmendes Hindernis; so gelang es mir
immer, zu machen was ich wollte.
Sehr schnell habe ich festgestellt, dass jemand, der sich von nichts zurückschrecken
lässt, in der heutigen Gesellschaft gute Karten hat. Gutes Aussehen und außergewöhnliche
Talente werden mit großem Ansehen gewürdigt. Sensibilität, Mitgefühl oder gar
Selbstkritik hingegen, sind Dinge die man besser für sich behält. „Wenn es mir
gelingt diesem Ideal zu entsprechen, erobere ich Respekt und Anerkennung!” – Meiner
Meinung nach war dies der einzige Weg zur Freiheit; diese Illusion hat mich allerdings
zum Sklaven gemacht, eingesperrt im Gedankengut der Medien, die uns täglich den
„idealen Menschen” vorgaukeln.
Mein Leidensweg hat mit Ess-Störungen angefangen. Ein unendlicher Kampf
gegen mich selbst, der schnell zur Rebellion ausgeartet ist, und schon bald
darauf habe ich festgestellt, dass ich mit Alkohol und Drogen all meinen
Problemen aus dem Weg gehen kann; eine andere Dimension von Freiheit! Eine Welt
aus Illusion, vermeintlicher Freude und Frieden; aber stattdessen hatte sich die
Tür zum schnellen Tod, zum Verlust meiner Würde und meiner Seele aufgetan!
Meine menschliche Suche nach Freiheit, hat mich zur Abhängigkeit getrieben und
ich bin zur Sklavin meines Körpers, meiner Psyche und meiner Lügen geworden: Es
gibt keine schlimmere Gefangenschaft als die die man im Inneren erlebt.
Die langjährige Kokain- und Heroinsucht hatte mich völlig zerstört, aber
mit der Hilfe meiner Familie, insbesondere der meiner Mutter, die ohne
nachzulassen versucht hat, mich aus diesem schlimmen Zustand herauszuholen, habe
ich den Schritt gewagt, in die Gemeinschaft Cenacolo einzutreten.
Freiheit…
Sofort hab ich gemerkt, dass ich alles Andere als frei war! Eine Freiheit
die aus dem Inneren kommt und nur durch Wahrheit erlangt werden kann? Und dass
diese Wahrheit einen Namen hat und Jesus Christus heißt? … Darüber hatte ich
bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht nachgedacht.
Mein Glück in einfacher Arbeit und im Gebet finden...? Unmöglich!!!
Die ersten Monate waren unglaublich hart, weil all das was ich für wichtig
und richtig gehalten habe, in der Gemeinschaft völlig wertlos ist. Aber nach
und nach, mit der Liebe und der Nachsicht der anderen jungen Frauen der
Gemeinschaft, und mit ein bisschen Vertrauen von meiner Seite aus, habe ich
schnell und mit Sicherheit festgestellt, dass meine Suche beendet war! In der
Bibel und im christlichen Zusammenleben, bin ich fündig geworden. Das einfache
geregelte Leben, die Arbeit mit Liebe verrichtet und die Nächstenliebe im
Mittelpunkt, haben Wunder in mir bewirkt. Aber das Wichtigste: Im Gebet und im
Licht des Evangeliums, erkennt man die Wahrheit über sich selbst und die der
Mitmenschen. Das hat mich zu einem freien Menschen gemacht; mich zu sehen wie
ich wirklich bin und mich zu akzeptieren, mit meinen Schwächen und Stärken; zu erkennen,
dass die Liebe Gottes alle Fehltritte vergibt und den Mut zu haben, Anderen zu
helfen, auch indem man ihnen die Wahrheit sagt. Die Gemeinschaft ist eine
Schule für all diese Dinge und sie hilft, zum einfachen Leben zurück zukehren.
So habe ich gelernt, meinen falschen Stolz abzubauen, Kritik zu akzeptieren und
die Fehler Anderer nicht zu verurteilen, sondern mit Nachsicht zu behandeln und
zu vergeben. So hilft mir die Gemeinschaft, meinen Problemen in die Augen zu
sehen und sie zu bewältigen und mein Leben zu einer Gabe für Andere zu machen,
anstatt es im Egoismus zu ersticken.
Können Sie sich vorstellen wie frei ich mich fühle?
So vielen Dingen bin ich hinterhergelaufen, von denen ich gedacht habe,
dass sie mich glücklich machen würden; dabei ist alles so einfach: „Ich bin der
Weg und die Wahrheit und das Leben; „ (Johannes 14,6). Dieser Weg ist nicht
immer leicht zu beschreiten, aber er ist einzigartig und der schönste von
allen, weil er zu Freude und wahren Freiheit führt und man geht ihn niemals
alleine, sondern Hand in Hand mit dem besten Lehrmeister von allen: Jesus
Christus, der sich freiwillig für uns
hingegeben hat, bis zum Tode am Kreuz und bis zu seiner Auferstehung.
Julia
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