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Hallo, ich heiße Philipp und komme aus Wien.
Ich bin dankbar, dass ich von meinem Weg berichten
darf, der aus einem überfüllten und trotzdem leeren Leben zu e inem neuen Leben
in Freiheit geführt hat.
Ich stamme aus einer Familie, die es mir an nichts
fehlen ließ: Ich habe teure Privatschulen besucht, Sport betrieben, gut
gegessen und getrunken, ferne Länder bereist und aus finanzieller Hinsicht
musste ich mir um meine Zukunft so gut wie keine Sorgen machen.
Ich war immer ein guter Schauspieler und wollte
eigentlich nie, dass irgendjemand wusste, wie es mir wirklich geht, zum Teil,
um niemandem zur Last zu fallen, aber auch weil die Wahrheit mit Schmerzen
verbunden ist und ich mich vor dem Leiden „verstecken“ wollte. Die Mauern, die
ich um mich aufgebaut habe, sind tagtäglich gewachsen. Ohne es wirklich
bemerken zu wollen, bin ich immer tiefer in den Sumpf aus Drogen, Alkohol und
Vergnügungssucht abgedriftet. Dabei habe ich mich immer weiter von den
Menschen, die mich gern hatten distanziert und habe versucht, das in mir
wachsende Loch mit allem nur Erdenklichen zu stopfen. Als ich dann schließlich
an dem Punkt ankam, an dem ich sogar die Lust am Leben verlor, habe ich die
Gemeinschaft Cenacolo kennengelernt. Mit einer Mischung aus Verzweiflung und
Wut, Angst und Stolz und vor allem mit großer Erschöpfung bin ich eingetreten;
bis heute habe ich es nicht eine Sekunde lang bereut.
In der Gemeinschaft habe ich erkannt, dass auch ich
nur ein Mensch bin, mit all meinen Fehlern, die ich nie akzeptieren konnte; mit
meiner Sensibilität, die ich für ein Zeichen der Schwäche gehalten hatte und
mit meiner großen Sehnsucht nach Liebe, die ich stets in falschen Leuten, an
falschen Orten und aus falschen Beweggründen zu finden gehofft hatte. Endlich
konnte ich anfangen zu glauben, dass es jemanden gibt, der mich trotz meiner
Schwächen gern hat, immer für mich da ist und mich versteht, auch wenn ich es
vielleicht nicht einmal selbst kann.
Erst durch das Geschenk des Glaubens und des Gebets
habe ich erkannt, dass es nicht allein geht und dass mir ein wahrer und treuer
Freund gefehlt hat, von denen ich hier im Cenacolo eine große Zahl gefunden
habe.
Heute möchte ich Gott dafür danken, dass er mich
täglich die Lust am Leben neu entdecken lässt, mein Herz mit Optimismus, Liebe und
Hoffnung füllt und dass es keine Hürde gibt, die ich zusammen mit Ihm nicht
überwinden kann.
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